Reisebericht

 

Zu Gast bei der Breed Show 2001 des Scottish Deerhound Clubs of America

Mit Freunden durch die USA zur Deerhound Breed Show nach Vermont reisen, es war zunächst nur eine Idee. Als aber dann die Einladung von Linda und Ned Madden aus Virginia bei mir eintraf, war die Freude groß. Mit 6 Deerhounds und 2 Whippets - so viele zählt deren Hundefamilie - ging es im geräumigen Wohnmobil 2 Tage nordwärts, vorbei an Washington DC, der New York Skyline und durch den landschaftlich reizvollen Staat New York nach Vermont. Die NEDA - New England Deerhound Association - richtete die Deerhound Jahresausstellung 2001  des amerikanischen Deerhound Clubs aus und nutzte das dafür ideale Sport- und  Freizeit- gelände am Lake Champlain mit seinen Ferienhäusern und Hotels. Eine  große Gemeinschaft mit über 180 Deerhounds hatte sich angemeldet.

Der Ausstellungsring neben dem Golfkurs war großzügig bemessen,  flankiert von Zeltunterständen, die sowohl Zuschauern als Ausstellern Schutz vor der Witterung boten. Als wir am Mittwoch nachmittag eintrafen, konnten wir die  letzten Coursings auf dem Golfgelände verfolgen. Am Abend trafen sich die  Deerhounder im Red Mill Inn zum gemütlichen Dinner und anschließend hielt Dr. Ratcliff einen interessanten, ausführlichen Vortrag über Coursingverletzungen, medizinische Möglichkeiten und Behandlungserfolge.
Am nächsten Tage wurden die Klassen Obedience, Sweepstakes und Generation  Class gerichtet. Ms. Elisabeth C. Chase nahm die Prüfung für 14 gemeldete Hunde ab; beeindruckend mit welcher Freudigkeit die Deerhounds in der  Gehorsamkeitsklasse zu gefallen wussten. Die Klassen Sweepstakes und Generations  wurden von Mrs. Sue Piggott aus England gerichtet, dies sind hier weitgehend unbekannte, zusätzliche Möglichkeiten Hunde zur Bewertung vorzustellen. Wie  schon an den Tagen zuvor konnte das Wetter nicht besser sein. Sommerliche Temperaturen sorgten für beste Laune, die Zelte dienten als Schattenspender und einige liebäugelten mit einem erfrischenden Bad im Lake Champlain. Das vermeintliche Seemonster wollte sich jedoch den neugierigen Blicken nicht  offenbaren, irgendwie kommt mir die Geschichte bekannt vor....

Am Freitag wurden die Gesichter gespannter, Hundepflege wurde  intensiviert und Mrs. Carol Esterkin aus Californien begann Ihre zweitägige Richtertätigkeit an deren Ende das mit Spannung erwartete BOB vergeben wurde;  doch dazu später. Junior showmannship, die ersten Welpenklassen und Junghunde  brachten ihre Gewinner hervor, während die offenen Klassen auf das Richten am Samstag warten mussten.


Der Kostümwettbewerb findet bei den amerikanischen Deerhoundern  stets ein aufmerksames Publikum: es geht nur um Spaß: Fun, Fun, Fun! Der  Neutralität wegen wurden die ausländischen Besucher zu Richtern ernannt und hatten ein sehr gemischtes Feld zu begutachten. Die Sieger standen jedoch recht bald fest: Lisa Dempsey's "Mika und Schuey" so ihre Kosenamen, verkleidet als  'Cop and Hooker', zogen eine perfekte 10 ! - die Traumwertung schlechthin.

 

 

Am Abend fand die Geselligkeit im Rangers Room mit einer Verlosung von unzähligen Accessoires aus dem reichen Fundus der vielfachen Spender einen  ersten Höhepunkt. Eine Lifeband wartete mit Folklore auf, während die Gäste sich  mit schottischen Getränken oder weniger renommierten Alternativen entspannten.

Jeder war am Samstag morgen früh auf den Beinen, Hunde ausfähren,  zur Austellung vorbereiten, um dann das Geschehen im Ring rechtzeitig verfolgen zu können. Leider hielt das Wetter an diesem Tage den Erwartungen nicht stand, es begann zu regnen und die Temperaturen fielen rasch. Anstatt T-shirts waren  Barbours und Wellingtons gefragt, doch wen kümmerte dies bei der hohen Anzahl von guten aber auch verschiedenen Typen von Deerhounds.

 

Mit der Parade der Deerhounds, die ein Dudelsackspieler in schottischem Outfit angeführte, wurde dem sachkundigen Publikum die gesamte  Breite der nord-amerikanischen züchterischen Vielfalt gezeigt. Meinen Gastgebern  gelang mit einer 30 Monate alten Hündin ein zweiter Platz unter zahlreichen  Meldungen in der Klasse 'American Bred Bitches' - ein ganz privates Vergnügen. Gruppe nach Gruppe richtete Carol Esterkin mit sachkundigen Augen, erst am späten Nachmittag wurde nach vielen 'cuts' die Elite vorgestellt:

 

BOB - CH Jihad Shaquille of Dunkeld Bes.: Dr. Peter Baltzer + Barbara  Hurrie

 

 

BOW - Highlander Annwn O'Jubalhil CD, TD, NA (Winners Bitch) Bes.: Deborah Cutter + Joan Shagan

 

 

BOS - CH Gayleward's Grey Gucci

Bes.: Gayle Bontecou

 

Merrit of Award erhielt:

CH Invermark of Gannochy Bridge  Bes.:Alan R. Arthur + Elisabeth J. Arthur,

und Reserve.:               DCH Windshift Bracken Bes.: Sally Poole

Im festlichen Rahmen des Samstag Dinners wechselten die begehrten  Pokale zu den erfolgreichen Ausstellern bzw Züchtern. Aber auch den Ausrichtern  der Breed Show wurde Respekt gezollt, allen voran Elin Phinizy, die mit ihren  unermüdlichen Einsatz erheblich zum reibungslosen Ablauf der gut organisierten  Show beigetragen hatte. Eine anschließende Auktion von Liebhaberstücken sorgte für finanzielle Unterstützung des Vereins und ließ manch Begeisternden tief in  die Tasche greifen.

Zum Ausklang des Treffens waren für den Sonntag Spaß und Spiele  angesagt, denen ich allerdings nicht mehr beiwohnen konnte. Recht früh machten wir uns auf den Weg zum Flughafen, die Deerhound Breedshow 2001 war gehalten.  Die Gastfreundlichkeit der Menschen wird mir gern in Erinnerung bleiben, ebenso wie die Qualität der gezeigten Deerhounds - sie war beeindruckend und vielfältig. Dabei habe ich doch nur einen kleinen Teil der Population sehen können, für viele im Westen des Landes beheimatete Deerhoundbesitzer war der Weg zu weit. Im nächsten Jahr lockt die Breed Show nach Californien und 2003 werden sich die besten Deerhounds in Kentucky versammeln, beides verführerische Reiseziele.

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